"Fibel" soll Integration in Haid erleichtern
ANSFELDEN. Wie verhalte ich mich in Österreich? Wie bewahre ich die Achtung vor dem Eigentum des anderen? Diese Fragen soll eine "Fibel" beantworten, wünscht sich der Stadtchef.
Mit der "Integrations-Fibel" will Bürgermeister Walter Ernhard (SP) "der ganzen Situation Einhalt gebieten". Und die sei folgende: Ansfelden sei seit dem Zweiten Weltkrieg eine Zuzugsgemeinde für Vertriebene, in den vergangenen Jahren habe die Stadt aber "Veränderungen nicht unbedingt zum Positiven" erkannt. Integration in Vereins- oder Gesellschaftsleben finde kaum statt, "Konflikte mehren sich, da allgemein anerkannte Regeln und Moralvorstellungen oftmals für die fremdländischen Mitbürger nicht gelten".
Dem solle die "Integrations-Fibel" nun entgegenwirken. Die solle, so der Stadtchef, so schnell wie möglich fertig sein. Wenn es geht, noch heuer. Was aus mehreren Gründen umstritten ist.
"Augenauswischerei" nennen es die Freiheitlichen. "Wir haben immer schon vor dieser Entwicklung gewarnt. Der Bürgermeister hat jahrelang zugeschaut", sagt Albert Wituschek.
Ganz anders sehen es die Grünen. "Der Bürgermeister passt mit seiner latenten Ausländerfeindlichkeit besser zur FP als zur SP", sagt Helmut Schmidt. Probleme gebe es seit Jahrzehnten - aber nicht nur mit Migranten. Nicht sicher, ob man dem Problem mit einem Heft beikomme, ist auch Helmut Atzlinger (VP).
Die "Fibel" soll das Integrationsbüro ausarbeiten. Dass sie noch heuer fertig werde, glaubt Leiterin Roswitha Müller nicht. "Es sollte kein Schnellschuss werden, sondern Hand und Fuß haben." Den Inhalt müsse man sich erst überlegen.
Heißes Pflaster: Hauptplatz in Haid
"Ich höre vor allem von Frauen, dass sie sich abends nicht über den Hauptplatz trauen. Es ist noch nie etwas passiert, aber Ängste sind da", sagt Pfarrer Josef Pichler, dessen Kirche neulich mit Parolen besprüht wurde. Haid ist seit jeher ein Zuzugsort. Die Wohnungen rund um den Hauptplatz seien aber sehr klein, weshalb sich viel auf der Straße abspiele, sagt Stadtchef Walter Ernhard.
vom 23.11.2007
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